
Was ist eine Knochendichtemessung?
Bei der Knochendichtemessung (DXA = Dual-Röntgen-Absorptiometrie) handelt es sich um ein schmerzfreies, sehr präzises Verfahren zur Bestimmung der Knochendichte bei Osteoporose (Knochenschwund). Die Messung erfolgt in der Regel an der Lendenwirbelsäule und den Oberschenkelhalsknochen – Regionen, die besonders häufig von Osteoporose betroffen sind. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.
Was ist eine Osteoporose?
Osteoporose, auch „Knochenschwund“ genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Knochen nach und nach an Stabilität und Festigkeit verlieren. Die Knochenmasse nimmt ab, und die innere Struktur des Knochens wird poröser. Dadurch können die Knochen leichter brechen – oft schon bei kleinen Stürzen oder sogar ohne ersichtlichen Grund.
Welche Gefahren bestehen bei einer Osteoporose?
Die größte Gefahr sind Knochenbrüche (Frakturen), vor allem an der Wirbelsäule, der Hüfte und am Handgelenk. Solche Brüche können schmerzhaft sein, die Beweglichkeit einschränken und im schlimmsten Fall zu dauerhaften Behinderungen führen. Besonders Hüft- und Wirbelbrüche erhöhen das Risiko für Pflegebedürftigkeit und können die Lebenserwartung deutlich verringern.

Strahlenbelastung
Die bei einer DXA-Messung eingesetzte Strahlenmenge ist sehr gering. Zum Vergleich:
- Knochendichtemessung (DXA): ca. 1–4 Mikrosievert (µSv)
- Natürliche Strahlenbelastung pro Tag (z. B. durch kosmische Strahlung, Boden, Nahrung): ca. 10 µSv
- Flug von Frankfurt nach Mallorca (Hinflug): ca. 30–40 µSv
- Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule: ca. 1.000 µSv
Sie sehen: Die Strahlenbelastung bei einer Knochendichtemessung ist deutlich niedriger als bei vielen alltäglichen Situationen oder anderen Röntgenuntersuchungen.

Warum ist eine Knochendichtemessung sinnvoll?
Mit einer Knochendichtemessung (DXA-Messung) lässt sich feststellen, wie stabil Ihre Knochen sind und ob eine Osteoporose vorliegt oder sich bereits entwickelt.
Die Untersuchung hilft, das individuelle Bruchrisiko einzuschätzen und rechtzeitig mit einer gezielten Behandlung zu beginnen. So können viele Brüche verhindert und die Lebensqualität langfristig erhalten werden. Darüber hinaus ist eine Knochendichtemessung sinnvoll zur Verlaufskontrolle einer bereits diagnostizierten Osteoporose unter medikamentöser Behandlung.
Wann ist eine Knochendichtemessung sinnvoll?
- Zur Früherkennung einer Osteoporose, besonders bei Risikopersonen. Die DXA-Messung wird nach den Empfehlungen der National Osteoporosis Foundation (NOF, USA) in folgenden Fällen empfohlen:
- Alle Frauen ab 65 Jahren (auch ohne weitere Risikofaktoren)
- Alle Männer ab 70 Jahren
- Alle Frauen nach den Wechseljahren, die bereits Knochenbrüche hatten
- Alle Frauen, die über eine Behandlung der Osteoporose nachdenken und für ihre Entscheidung das Ergebnis einer Messung benötigen
- Alle Frauen, die sich einer längeren Hormontherapie unterziehen
- Mit zunehmendem Alter eine Abnahme der Körpergröße
- Rückenschmerzen ohne klare Ursache
- Schlanke Raucherinnen oder Raucher
- Bereits erlittene Knochenbrüche
- Gelenkerkrankungen mit eingeschränkter Beweglichkeit
- Langfristige Behandlung (über 6 Monate) mit Medikamenten, die den Knochen schädigen können (z. B. Kortison, Marcumar oder Mittel gegen Epilepsie)
- Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüsen mit Überfunktion
- Patienten nach Organtransplantationen
- Chronische Erkrankungen oder Operationen des Verdauungstrakts
Hinweise für adipöse Patienten
Das Gerät ist für ein maximales Patientengewicht von 220 kg ausgelegt.
Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Die Knochendichtemessung wird von der gesetzlichen Krankenversicherung nur in bestimmten Fällen bezahlt, z. B.
- wenn Sie einen Knochenbruch erlitten haben, der nicht durch einen schweren Unfall oder ein starkes Trauma verursacht wurde, und zusätzlich weitere Hinweise aus Ihrer Krankengeschichte oder der ärztlichen Untersuchung vorliegen, die auf eine Osteoporose hindeuten – insbesondere, wenn der Bruch den Oberschenkelhals oder die Wirbelsäule betrifft.
- wenn kein Knochenbruch vorliegt, aber es bereits klare Hinweise aus Ihrer Krankengeschichte oder ärztlichen Untersuchung gibt, dass eine Osteoporose vorliegen könnte, ist die Messung wichtig, um über den Beginn einer speziellen Medikamentenbehandlung zu entscheiden.
- wenn eine Therapie einer Osteoporose mit Medikamenten geplant ist.
- wenn Sie als Tumorpatient*in eine antihormonelle Therapie erhalten und dadurch ein erhöhtes Risiko für Osteoporose besteht, übernimmt die GKV die Kosten für eine Knochendichtemessung, wenn konkrete Hinweise auf eine Osteoporose vorliegen oder die Messung zur Entscheidung über eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist.
- wenn Sie sich bereits in einer medikamentösen Behandlung einer Osteoporose befinden und Verlaufskontrollen zur Überprüfung des Therapieerfolgs erforderlich sind.
In allen anderen Fällen handelt es sich um eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und Sie müssen die Kosten selbst tragen.
Wichtig für gesetzlich Versicherte
Für eine Knochendichtemessung als Kassenleistung benötigen wir zwingend einen Überweisungsschein von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt bzw. von Ihrer behandelnden Fachärztin oder Ihrem Facharzt. Nur mit diesem Überweisungsschein dürfen wir die Untersuchung direkt mit Ihrer Krankenkasse abrechnen – selbst dann, wenn alle medizinischen Voraussetzungen für die Kostenübernahme erfüllt sind. Wenn Sie die Knochendichtemessung als Selbstzahlerleistung (IGeL) in Anspruch nehmen möchten, ist kein Überweisungsschein erforderlich und Sie müssen die Kosten selbst tragen.
Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL)
Wenn keine der oben genannten Voraussetzungen erfüllt ist – etwa bei präventivem Interesse, familiärem Risiko oder allgemeiner Vorsorge –, stellen wir Ihnen die Untersuchung als Selbstzahlerleistung in Rechnung. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Wenn Sie die Knochendichtemessung als Selbstzahlerleistung (IGeL) in Anspruch nehmen möchten, ist kein Überweisungsschein erforderlich.IGeL-Leistungen sind direkt nach der Untersuchung vor Ort per Karte zu bezahlen, Barzahlung ist nicht möglich.
Kostenübernahme durch die private Krankenversicherung (PKV)
Die Knochendichtemessung (DXA) kann von den privaten Krankenversicherungen erstattet werden. Privatversicherte erhalten eine GOÄ-Rechnung zur Einreichung bei ihrer Krankenversicherung.
Die Untersuchung wird von uns nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten, wenn es medizinisch sinnvoll oder notwendig ist – zum Beispiel:
- zur Abklärung einer möglichen Osteoporose, z. B. bei erhöhtem Risiko oder typischen Beschwerden
- bei Verdacht auf Knochenschwund nach bestimmten Erkrankungen oder Medikamentenbehandlungen (z. B. Cortison)
- zur Therapiekontrolle bei bereits bekannter Osteoporose





